Datum

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on email

Teilen Sie diesen Artikel

  • Kategorien

  • Die neue deutsche Gartenpoesie

    Der lang ersehnte Lebensmittelpunkt ist endlich gefunden. Wenn es sich hierbei um einen Altbau handelt, welcher noch renovierungsbedarf hat, wird man sich im ersten Schritt um die Modernisierung und Ausstattung kümmern. Da kommt nicht selten der Garten zu kurz. Spätestens im nächsten Frühjahr stellt sich die Frage um die Gartenarchitektur und eine mögliche Erneuerung. Probieren Sie doch einmal etwas ganz Neues aus: Den New-German-Style!

    Gartenkultur – die neue deutsche Gartenpoesie

    Wenn man endlich seinen Lebensmittelpunkt gefunden hat, liegen die ersten Prioritäten meistens auf der Innenausstattung des neuen Heimes. Man möchte schließlich so schnell wie möglich einziehen. Da bleibt der Garten erst einmal Nebensache. Aber spätestens im nächsten Frühjahr wird das Thema Garten wieder aktuell und man überlegt sich, wie man daraus eine Oase für die ganze Familie kreieren kann.

    Der Geist einer immer beliebter werdenden Gartenkultur, die selbst die Briten in Erstaunen versetzt, basiert auf einer augenscheinlich wilden Wiesenlandschaft durchsetzt mit einer raffiniert eingebrachten Anzahl von Gräsern kombiniert mit einer im Verhältnis höheren Anzahl von Stauden.

    Zurück zur Natur – und ihrer natürlichen Schönheit

    Mit dem klassischen Lampenputzergras, Chinaschilf oder dem besonders auffälligen Diamantgras, dessen rosa Blüten in der Morgensonne glänzen und so an Diamanten erinnern, setzt man hier sehenswerte Akzente.

    Ergänzt man diese Gräserformationen mit einer geschickten Komposition von Staudenanordnungen wie beispielsweise der Präriekerze, Wildastern und Kerzenknöterich ergibt sich hieraus ein beinahe magische Gartenwelt, dessen Vorteil daraus besteht, dass sie nicht von Zwängen und Geradlinigkeit geprägt sein muss und so den heute in vielen Gärten vorherrschenden Purismus ablöst.

    Eine Symphonie schaffen

    Die Anordnung kann sowohl sanft als auch dramatisch sein. Die Leichtigkeit der filigranen Gräser neben ausdrucksstarken Stauden lassen neue und spannende Bilder entstehen, die der englischen Gartenarchitektur nicht unähnlich sind. Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Form- und Farbszenarien lassen sich so anordnen, dass das Auge des Betrachters von April bis Oktober belohnt wird.

    Trotz der willkürlichen Anmutung erfordert diese Form der Gestaltung etwas Übung.  Auch gibt es hier hinsichtlich des geeigneten Standortes, der Bodenbeschaffenheit und nicht zuletzt der Lichtverhältnisse den einen oder anderen Punkt zu beachten, bevor man ans Werk geht. Das ist durchaus im Frühjahr mit mehr Aufwand verbunden, bedankt sich aber im Sommer dafür mit Eigeninitiative und man darf die so entstandene Kunst einfach nur genießen.

    Jede Pflanze hat ihren ganz eigenen Charme und ihren eigenen Anspruch an Licht beziehungsweise Standort und Bodenbeschaffenheit.

    Ein geringer Anteil an Lehmboden ist in jedem Garten zu finden, verfügt man in seinem Garten allerdings über einen sehr lehmhaltigen Boden, so schränkt dies die Auswahl erheblich ein.

    Pflanztipps:

    Örtlichen Gegebenheiten beachten:
    Die Pflanzen sollten auf die Gegebenheiten, Licht- und Schattenverhältnisse aber auch dem nötigen Abstand zueinander sowie die Bodenbeschaffenheit abgestimmt werden. Es sollte deshalb im Vorfeld abgeklärt werden, was Pflanzen benötigen, die für dieses Projekt in Frage kommen. Wie und wo fühlen sie sich am wohlsten. Nur so hat man später Freude an einer natürlichen Vielfalt.

    Eine kunstvolle Gestaltung gelingt in einer Anordnung von ca. 20-40% Gräsern. Den restlichen Anteil kann man getrost den Stauden überlassen. Um alles stimmig zu gestalten, rät der Profi-Gärtner zu unterschiedlichen Höhenanordnungen, damit Spannung und Strukturen das Bild prägen.

    Eine Bühne schaffen

    Um von Frühjahr bis Herbst einen blühenden Staudengarten zu gewährleisten, empfiehlt es sich, die Pflanzen so zu arrangieren, indem immer etwas blüht. Im Frühjahr ziehen beispielsweise Bergenien, Akeleien und Pfingstrosen alle Blicke auf sich. Im Sommer genießen neben Dauerblühern wie, Spornblume, Großblütiges Mädchenauge auch Taglilie und Prachtkerze von Mai bis September ungeteilte Aufmerksamkeit. Einen würdigen Abschluss bieten im Herbst Sonnenhut, Herbstanemonen, Chrysanthemen, aber auch Chinaschilf und Lampenputzergras entfalten dann erst ihre volle Schönheit.

    Eine Symphonie zu schaffen ist die Kunst

    Die Anordnung einer derart aussagekräftigen Gartenarchitektur kann sowohl sanft als auch dramatisch wirken. Die Leichtigkeit der filigranen Gräser neben ausdrucksstarken Stauden lassen neue und spannende Bilder entstehen, die ihren Ursprung in wilden Blumenwiesen finden. Es erfordert schon etwas Übung und Knowhow sein eigenes Stück „Bullerbü“ zu erschaffen.

    Strukturen schaffen

    Durch Klassiker wie Lampenputzergras, Chinaschilf oder das auffällige Diamantgras, dessen Blüten in der Morgensonne an glitzernde Diamanten erinnern, werden in geschickten Kompositionen mit Staudenanordnungen wie zum Beispiel der Wildaster, Präriekerze oder Anemone Strukturen geschaffen. Im Ergebnis kann eine beinahe magische Gartenwelt gelingen, dessen Vorzug daraus besteht, dass sie nicht von Zwängen und Geradlinigkeit geprägt sein muss und so ein Pendant zu dem in vielen Gärten vorherrschenden Purismus bietet. Nicht zuletzt wird sich auch die Insektenwelt erfreut über diese Vielfalt zeigen, da es unter den zahlreichen Stauden reichhaltige Nahrungsplätze und damit ideale Lebensbedingungen vorfinden.

    Quelle: Magazin für Architektur und Design „Häuser“, April/Mai 2020

    Scroll to Top